Juncker hat kein Frauenproblem – die Nationalstaaten haben eins!

Nein, nicht Jean-Claude Juncker hat ein Frauenproblem, die Nationalstaaten in der EU haben es. Da will außer Italien bisher keine Nation eine Frau für die EU-Kommission vorschlagen. Die Posten der EU-Kommissare sind viel zu wertvoll, die kann z.B. Deutschland doch nicht einer Frau überlassen. Es müssen auch einfach zu viele Männer ver- oder „entsorgt?“ werden in die EU.

Dass dies das europäische Parlament nicht mitmachen will, ehrt es. Aber mit inzwischen erst 36 Prozent Frauen steht es auch noch nicht für eine gleichberechtigte Teilhabe. Das Frauenproblem liegt bei den Nationalstaaten. Inzwischen haben erst fünf Staaten einen 50-prozentigen Frauenanteil im EU-Parlament erreicht, sieben Staaten haben einen ca. 40-prozentigen Frauenanteil und 16 Staaten liegen unter der 40 Prozent-Quote, davon die Hälfte sogar unter 30 Prozent. Auf deutscher Seite gibt es auch noch erhebliche Defizite bei der angemessenen, gleichberechtigten Beteiligung von Frauen. Deutschland hat einen Frauenanteil von 36 Prozent. Vor allem bei den Parteien, die Jean-Claude Juncker für die Europa-Wahl zu ihrem Spitzenkandidaten gekürt hatten. Sie tun sich besonders schwer mit einer gerechten Teilhabe von Frauen. Da ist von „weiblicher werden“ nicht viel zu sehen. Und eine deutsche Kandidatin für die EU-Kommission ist schon mal gar nicht in Sicht!

Schade, eine EU-Kommission, die zur Hälfte mit Frauen besetzt wäre, stünde Europa gerade heute gut zu Gesicht. So bleibt es bei dem Spruch von Helene Weber:

„Der reine Männerstaat ist das Verderben der Völker!“

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.