Der neue deutsche „Hop-on-Hop-off“ #Feminismus a lá Kanzlerin #Merkel

Die neue deutsche Feministin von heute, Angela Merkel rief und sie alle kamen, die „mächtigen“ Frauen der Welt. Zum Women20 Gipfel nach Berlin. Ein besonderer PR-Coup der deutschen Kanzlerin: Mit dabei Ivanka Trump. Die deutsche Presse, besonders die Boulevard-Presse dankt es ihr und ist begeistert.

Womit sich Ivanka Trump für diese Teilnahme qualifiziert hat, bleibt in der PR-Wolke um dieses Event offen? Vielleicht reicht Tochter eines superreichen Mannes in den USA sein, der Präsident wurde und jetzt seine Familie a lá Erdogan in gutbezahlte Jobs hievt, in Deutschland als Kriterium für das W20-Treffen? Die Frage geht an die Veranstalterinnen dieses PR-Events, den Deutschen Frauenrat und den Verband deutscher Unternehmerinnen.Während überall auf der Welt der Krieg gegen Frauen und Mädchen tobt; Frauen und Kinder immer die ersten Opfer von Krieg und Gewalt in der Welt sind; Frauen in religiösen Ländern wie unsere Wirtschaftspartner Saudi Arabien, Iran und andere gegen die dort staatlich verordnete Genderapartheid um ihr eigenes Leben kämpfen; Milliarden Mädchen weltweit nicht zur Schule gehen können, teils weil sie schon früh mit älteren Männern verheiratet werden; Frauen systematisch der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt wird; und so weiter und so weiter …!

Dies alles geschieht genau jetzt! Währenddessen sitzen „mächtige“ Frauen in einem AllFemalePanel bei einem Frauenkongress zusammen vor einem fast reinen Frauen-Publikum und sie kauen Frauenthemen wieder und wieder. Und es werden Lösungen propagiert, die nur für einen Bruchteil der Frauen in der Welt eine wirklich existenzielle Bedeutung haben. Statt die real existierende #Genderapartheid, die weltweit ausufernde Gewalt gegen und Ausbeutung von Frauen und Mädchen zum zentralen Thema des G20 Gipfel zu machen. Statt die „mächtigen“ Männer dort zu zwingen, sich endlich mit der Frage nach Chancengerechtigkeit, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit für Frauen, die Hälfte der Weltbevölkerung, auseinanderzusetzen. Und mit der weltweiten Unterrepräsentation von Frauen in Politik und Wirtschaft. Aber dafür steht ja genau die Partei, deren Vorsitzende Angela Merkel ist.

Die neue deutsche „Hop-on-Hop-off“ Feministin Angela Merkel wählt stattdessen den bequemen, leichten PR-Weg. Wahrscheinlich hat einer ihrer Jungs aus dem Kanzleramt oder aus der Parteizentrale ihr dies, ganz in patriarchalischer Parteitradition eingeflüstert. „Mach was mit Frauen, dann sind die ruhig. Dann geht der Kelch „Gleichberechtigung“ beim G20 Gipfel in Hamburg wieder mal an den „mächtigsten“ Männern der Welt vorüber“. Sich als Feministin outen im Fahrwasser von Ivanka Trump, Christin Lagarde und Maxima von Belgien ist doch was, oder? Das muss den deutschen Wählerinnen an Feminismus reichen. Und außerdem gibts von ihr noch als feministisches Zusatzzuckerl das späte Bekenntnis zur Quote in der Wirtschaft. Nachdem auch den Letzten klar ist, dass daraus, wie gewollt, ganz schnell eine zahnlose Tigerin wurde.

Wer will sich denn auch schon wirklich mit der realen, katastrophalen Situation von Frauen und Mädchen weltweit in einem fast rein männlichen G20 Treffen auseinandersetzen. Dabei käme ja dann heraus, dass gerade die zwanzig wirtschaftlich mächtigsten Staaten der Welt diese Situation von Frauen und Mädchen stabilisieren, zementieren, teils sogar hervorrufen. Mit Rücksicht auf ihre Wirtschaftspartner akzeptieren sie jede Menschenrechtsverletzung, besonders wenn es um Frauen und Mädchen geht, wenn sie dafür nur gute Geschäfte machen können. Ihre Sucht nach günstigen Rohstoffen und billigen Arbeitskräften zementiert Armut und Unterentwicklung, von denen Frauen und Kinder im besonderen Maße betroffen sind. In den United Nations kaufen sie sich und ihre Wirtschaftspartner frei von jeder Verantwortung für Gleichberechtigung, Chancengleichheit und Gerechtigkeit.

Nein, die G20 hat ja jetzt eine mächtige „Hop-on-Hop-off“ Feministin, die genau dies alles fernhält von dem Zirkel. So wie seit Jahren in Deutschland und in ihrer Partei. Schade um das viele Geld für ein W20-Summit. Das wäre sicher bei den Organisationen, die sich um diese Themen wirklich kümmern, besser angelegt gewesen.

Entwicklung, Veränderung beginnt immer noch im Kopf und muss wirklich gewollt sein. Sicher geschieht dies nicht durch solche folgenlose PR-Aktionen kurz vor Wahlen. Wenn die deutsche Kanzlerin wirklich gleichberechtigte Teilhabe von Frauen will, dann sorgt sie erst einmal dafür, dass Frauen in ihrer Partei und in den Parlamenten zur Hälfte vertreten sind. Dann stehen die Frauen-Themen auch bald auf der Agenda der Mächtigen. Durch ein bischen Glanz und Glamour von „höheren“ Töchtern sicher nicht.

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